"Multicore: Ist der Gratis Lunch wirklich vorbei?", 18. Oktober 2007, 19 Uhr,

Während in der Vergangenheit die bestehende Software lediglich mechanisch auf neue Hardware portiert zu werden brauchte um eine dem "Moore'schen" Gesetz entsprechende Beschleunigung zu erzielen, schaut die Zukunft diesbezüglich nicht mehr so rosig aus. Wenn nun mit jeder neuen Hardwaregeneration statt eines noch schnelleren Prozessors eine grössere Anzahl gleich schneller Prozessoren zur Verfügung steht, so bedingt die Ausschöpfung des Potenzials der neuen Hardware einen substanziellen Umprogrammierungsaufwand, was Fachleute gerne in Form von Parolen wie etwa "The Free Lunch is Over" zum Ausdruck bringen. Der Aufwand ist substanziell, weil er einen Paradigmenwechsel von "sequenzieller Programmierung" zu "paralleler Programmierung" impliziert. Leider sind bestehende Programmiersprachen grösstenteils rein sequenziell und besitzen im Hinblick auf parallele Programmierung nur sehr limitierte, meist schwerfällige und auf Softwarebibliotheken beruhende Ausdruckskraft. In diesem Vortrag werde ich einige parallele Programmiersprachenkonstrukte erklären und illustrieren, mit welchen wir im Rahmen eines kürzlichen Projektes experimentiert haben. Wir werden sehen, dass die Zeit der Gratismahlzeiten nicht notwendigerweise vorüber ist, sofern wir willens sind die Programmiersprache und das Laufzeitsystem entsprechend weiterzuentwickeln.

Abstract in English
Multicore: Is the Free Lunch Really Over?

While the only action needed to speed up software in the past was porting it to new hardware, the future does no longer look so easy because "more processors" instead of "faster processor" needs a radical rewriting of software to speed it up. The effort is substantial because it involves a paradigm shift from "sequential programming" to "concurrent programming". Unfortunately, current programming languages are mostly pure sequential, and they support a minor degree of concurrency only and merely through libraries. In other words: Current languages are not expressive enough to write concurrent programs. In this presentation, we shall illustrate some concurrent language constructs that we have successfully experimented with recently, and we shall show that the free lunch is not necessarily over if we get the programming language and the runtime right.

Professor Prof. Jürg Gutknecht, ETH Zürich
Vortragsort: Hörsaal A der FH Wolfenbüttel, Salzdahlumer Str. 46/48


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